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Vergewaltigung als Strategie im Krieg nimmt zu
Der Krieg in Bosnien brachte das Thema zum ersten Mal so richtig ins
Bewusstsein der Deutschen: Frauen und Mädchen als Kriegswaffe missbraucht -
indem sie massenhaft vergwaltigt werden. Nach offiziellen Schätzungen wurden in
der Zeit des Konflikts auf dem Balkan mindestens 20.000 Mädchen und Frauen
vergewaltigt - die Dunkelziffer schätzt die UN-Organisation Unicef um ein
Vielfaches höher. Das Problem ist seitdem eher brisanter geworden - ein Grund für
weltweit tätige Organistaionen zum Weltfrauentag darauf aufmerksam zu machen. Neue Strategie Die Liste ist lang "Immer schlimmeres Ausmaß" "Vergewaltigungen hat es in allen Kriegen gegeben, doch sie nehmen nun ein immer schlimmeres Ausmaß an", sagte Unicef-Sprecher Reinhard Schlaginweit. Die Ärztin Monika Hauser, Mitgründerin von Medica Mondiale, fügt hinzu: "In patriarchialischen Gesellschaften ist Gewalt gegen Frauen eine Waffe gegen Männer. Sie soll ihnen beweisen, dass sie unfähig sind, ihre Familien zu beschützen." Seelisches Trauma, gesellschaftliche Isolation Diese Art der Kriegsführung fügt nicht nur den betroffenen Frauen und Mädchen massive seelische Schäden zu - sie zerreißt Familien, Freundschaften, Dorfverbände. Für viele Überlebende beginnt nach der traumatischen Gewalterfahrung der Alptraum des Schweigens - aus Angst vor erneuter Ausgrenzung und Diskriminierung. Denn wer das Schweigen bricht, riskiert die soziale Isolation. "Jetzt bin ich eine Ausgestoßene", sagt Francine M. aus dem Kongo, die sich dem Priester ihres Dorfes anvertraute. Die sechsfache Mutter wurde von ihrer Familie verstoßen, als diese erfuhr, dass die 35-jährige Frau von drei Soldaten vergewaltigt worden war. Ein Einzelschicksal, das kein Einzelfall ist. Massenvergewaltigungen verbreitet Aids Doch die Kriegsstrategie der Massenvergewaltigung hat noch eine weitere verheerende Konsequenz: Sie trägt zur rapiden Ausbreitung von Aids bei. Laut Unicef ist die Rate von HIV-Infizierten bei Soldaten und Milizen in der Dritten Welt mit 60 Prozent extrem hoch. Die Folge: In einem von der UN-Organisation unterstützten
Krankenhaus in Bukavu im Osten Kongos wurde bei jeder vierten vergewaltigten
Frau eine HIV-Infektion festgestellt. Regierungen sollen Frauen schützen Nicht nur Unicef und Medica Mondiale, auch Organisationen wie Amnesty International, Care oder Pro Familia rufen deshalb die Politiker weltweit zum Handeln auf. "Regierungen haben die Pflicht, Frauen vor Gewalt zu schützen", sagt Barbara Lochbihler von Amnesty in Deutschland.
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