Polen schickt bis zu 10.000 Soldaten
Für die multinationale Besatzungstruppe will Polen zwischen 4000 und 10.000
Soldaten bereitstellen, erklärte der polnische Verteidigungsminister Jerzy
Szmajdzinski. Darüber werde Ende dieses Monats in London und Warschau
verhandelt. Der Umfang des polnischen Kontingents werde von den finanziellen
Hilfen des Auslands abhängen. An dem Krieg gegen den Irak hatte sich Polen mit
rund 200 Soldaten beteiligt.
Deutschland bleibt außen vor
CNN meldete weiter, insgesamt hätten zehn Staaten sich bereit erklärt, sich an
der Besatzungstruppe für den Irak zu beteiligen. Zu ihnen gehören unter
anderem Italien, Spanien, Dänemark und die Niederlande. Hingegen seien
Deutschland, Frankreich und Russland gar nicht erst um Unterstützung gebeten
worden.
Randaufgaben für die Uno
Auch die Uno spielt bei diesem Szenario nur eine untergeordnete Rolle. Ein
UN-Mandat, so CNN, sehe der am vergangenen Mittwoch bei einer Konferenz von 16
der an der Koalition gegen das Regime von Saddam Hussein beteiligten Staaten in
London beschlossene Plan nicht vor. Demnach bleibt der Uno nur die Aufgabe, sich
um humanitäre Belange zu kümmern. Laut CNN hätten die USA und Großbritannien
bereits einen entsprechenden Resolutionsentwurf für den Weltsicherheitsrat
vorbereitet.
EU um einheitliche Position bemüht
Unterdessen bemüht sich die Europäische Union (EU) darum, für künftige
Irak-Debatten im Sicherheitsrat eine gemeinsame Position zu entwickeln. Das
sagte Bundesaußenminister Joschka Fischer nach Beratungen mit seinen
EU-Kollegen auf der griechischen Insel Rhodos.
Eine Stimme gegenüber den USA
Fischer zufolge konzentrieren sich die EU-Außenminister darauf, nach den
Differenzen über den Irak-Krieg alles zu unternehmen, um wieder zu einer
einheitlichen Haltung gelangen. Ebenso deutlich sei bei dem Treffen der EU-Außenminister
auf Rhodos der Wunsch gewesen, auch mit den USA wieder eine gemeinsame Position
zu finden.
EU will im Irak eine Rolle spielen
Nach Angaben des griechischen Außenministers und derzeitigen Vorsitzenden des
EU-Ministerrats, Giorgos Papandreou, soll der für Außenbeziehungen zuständige
EU-Kommissar Chris Patten ein mögliches Engagement der Union im Irak
vorbereiten. Das gelte für Hilfen beim Wiederaufbau wie auch für die
Entwicklung neuer Strukturen zum Beispiel im Justizwesen. Dafür soll auch die Rückkehr
diplomatischer Vertreter der EU-Staaten in den Irak vorbereitet werden, die sich
vor Ort ein Bild machen könnten. Konkrete Beschlüsse hierzu wurden bei dem
informellen Treffen der Minister jedoch noch nicht gefasst.