US-Verwalter teilt sich Macht zunächst mit US-General
Sobald das Militär die Sicherheit im Lande hergestellt und die
Massenvernichtungswaffen zerstört habe, solle ein anderer Verwalter den Job übernehmen.
Dafür werde ein US-Bürger "mit Format" gesucht, etwa ein ehemaliger
Gouverneur oder Botschafter. Die Macht teilt sich der Verwalter im Falle eines
US-Sieges erst einmal mit General Tommy Franks. Der Oberbefehlshaber der
US-Truppen im Nahen Osten und Afghanistan werde der Militärverwaltung
vorstehen, solange US-Soldaten im Irak seien.
Oppositionelle Iraker wollten Regierung bilden
Wie das Blatt weiter berichtete, lehnten die USA das Angebot von oppositionellen
Exil-Irakern ab, die eine Übergangsregierung bilden wollten. Dafür hatten sich
unter anderem Vertreter des Irakischen Nationalkongresses (INC) ausgesprochen.
Dem Chef des INC, Ahmed Chalabi, sei deutlich gemacht worden, dass jeder Schritt
in diese Richtung das Ende der Beziehungen zwischen den USA und dem Kongress zur
Folge hätte.
US-Militär jetzt bereit für Irak-Invasion
Nach Worten von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sind die US-Streitkräfte
am Persischen Golf für eine Invasion des Irak einsatzbereit. Potenzial und
Strategie für einen Militärschlag seien vorhanden. Wenn Präsident George W.
Bush diese Entscheidung treffe, sei das Verteidigungsministerium bereit, sagte
Rumsfeld in einem Interview mit dem US-Sender PBS.
Rumsfeld: Es wird eine große Koalition geben
Rumsfeld wiederholte die Ansicht, dass sich weitere Staaten einem Militäreinsatz
anschließen würden. "Es wird eine große Koalition geben", sagte er.
Das US-Militär sei auch darauf vorbereitet, dass der Streit um eine Nutzung von
türkischen Basen für den Aufbau einer Nordfront nicht beigelegt werden könne.
"Wir machen es auf eine andere Art", sagte er, ohne Einzelheiten zu
nennen. Es gebe umfassende Pläne, die eine große Bandbreite von Kriegsverläufen
berücksichtigten, von einer Massenkapitulation irakischer Truppen über den
Einsatz von chemischen und biologischen Waffen durch Saddam Hussein bis hin zu
einem Häuserkampf in einer "Festung Bagdad".
Mehr als 150.000 Soldaten in der Golf-Region
US-Militärkreisen zufolge haben die USA und Großbritannien mehr als 150.000
Soldaten, Dutzende Kriegsschiffe und hunderte Flugzeuge in der Golf-Region
zusammengezogen. Bis Ende Februar könnte diese Zahl auf mehr als 200.000
anwachsen. Zu den Streitkräften sollen in Kürze insgesamt sechs Flugzeugträger
gehören, davon fünf aus den USA und einer aus Großbritannien.