Vor dem Hintergrund des sich ausweitenden Guerilla-Krieges gegen die ausländischen Truppen in Afghanistan haben die USA Kontakt zu den Taliban aufgenommen, um eine politische Lösung für den Konflikt auszuhandeln. Bei einem Treffen zwischen Taliban-Führern und Offiziellen des FBI auf einem pakistanischen Luftwaffenstützpunkt in der Nähe von Quetta sei über eine mögliche Regierungsbeteiligung der Taliban gesprochen worden, berichtet "Asia Times Online".
USA stellen vier Bedingungen
Die USA stellen dafür vier Bedingungen auf: Erstens müsse Mullah Omar als Anführer
der Taliban zurücktreten. Zweitens sollten alle ausländischen Kämpfer, die in
Operationen gegen die ISAF-Schutztruppen verwickelt sind, das Land verlassen.
Zudem müssten alle gefangenen Soldaten der US-Streitkräfte oder alliierter
Truppen freigelassen werden. Auch sollten Afghanen, die gegenwärtig im Ausland
leben, an einer künftigen Regierung beteiligt werden.
Taliban zeigen sich gesprächsbereit
Offenbar haben die Taliban eine Ablösung Mullah Omars rundum abgelehnt, zeigen
aber Gesprächsbereitschaft in den anderen Punkten. Es ist noch offen, ob es
weitere Treffen geben wird. Die eskalierende Gewalt in Afghanistan spricht
allerdings für weitere Verhandlungen. Die Kontakte sind durch abtrünnige
Taliban-Kämpfer zustande gekommen, die sich nach dem Sturz des Taliban-Regimes
nach Pakistan abgesetzt hatten und dort mit einheimischen Religionskriegern
zusammenarbeiten.
Täglich Angriffe aus dem Hinterhalt
Bis heute ist es weder den USA noch der internationalen Schutztruppe gelungen,
das Land zu befrieden. Täglich greifen in allen Landesteilen kleine Gruppen von
Taliban-Kämpfern die ausländischen Truppen aus dem Hinterhalt an und
verschwinden anschließend oft spurlos im Gebirge. Bei einem Selbstmordanschlag
in Kabul sind Anfang Juni vier deutsche Soldaten ums Leben gekommen.