USA blockieren UN-Resolution für Arafat
Mit ihrem Veto haben die USA verhindert, dass der UN-Sicherheitsrat eine
Resolution zum Schutz von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat verabschiedet.
Der amerikanische UN-Botschafter John Negroponte begründete die Haltung der USA
mit dem Hinweis, der arabische Resolutionsentwurf habe radikal-islamische
Bewegungen wie die Hamas nicht ausdrücklich verurteilt.
Kritik der Palästinenser
Der Vertreter der Palästinenser bei den Vereinten Nationen, Nasser el Kidwa,
beschuldigte die US-Regierung, "alle Positionen von Israel (zu)
akzeptieren". Die USA, so El Kidwa, laufen daher Gefahr, ihre Glaubwürdigkeit
als Vermittler im Nahost-Friedensprozess verlieren. Seit Gründung der Vereinten
Nationen 1946 hat Washington in insgesamt in 76 Fällen im Sicherheitsrat von
seinem Veto-Recht Gebrauch gemacht. Von diesen Resolutionen war der größere
Teil kritisch gegenüber der Politik Israels.
US-Regierung blieb hart
Unmittelbar vor der entscheidenden Abstimmung hatten Vertreter arabischer
Staaten zusätzliche Formulierungen in den Text eingebaut, mit denen indirekt
palästinensische Selbstmordattentate kritisiert werden. Diplomaten waren jedoch
vor der Abstimmung besorgt, dass Äußerungen wie die "große Sorge"
über jüngste "Gewaltakte gegen unschuldige Opfer" nicht ausreichen
werde, um die USA umzustimmen.
Bundesregierung appelliert an Israel
Der deutsche UN-Botschafter Gunter Pleuger zeigte sich enttäuscht über die
Haltung der USA. Die Bush-Regierung sende so das "falsche Signal" in
die Krisenregion. Ebenso wie Großbritannien und Bulgarien enthielt sich
Deutschland in der Abstimmung der Stimme, um nicht zu einer Verhärtung der
Fronten im Friedensprozess beizutragen. Im Namen der Bundesregierung rief
Pleuger Israel dazu auf, Arafat "wegen der Gefahr einer weiteren
Destabilisierung" nicht auszuweisen.
Israel gegen Waffenruhe
Unterdessen schwelt der Nahost-Konflikt weiter. Israel wies ein palästinensisches
Angebot für eine Waffenruhe als "politischen Trick" zurück. Damit
behält sich Israel auch weiterhin das Recht vor, palästinensische Städte zu
blockieren und Extremisten auszuschalten. Einen Führer der militanten Gruppe
Islamischer Dschihad erschossen israelische Soldaten in dem Ort Dura bei Hebron.
Die Soldaten hatten zunächst das Haus des Mannes umstellt. Als dieser fliehen
wollte, sei er bei einem kurzen Schusswechsel getötet worden, hieß es
El-Aksa-Extremist erschossen
Auch in Nablus im Westjordanland kam es zu einem tödlichen Zwischenfall. Bei
einer Razzia erschossen israelische Soldaten im Westjordanland einen radikalen
Palästinenser. Der Bewaffnete, nach Angaben aus Palästinenserkreisen ein
Mitglied El-Aksa-Märtyrerbrigaden, habe mit seiner Pistole das Feuer auf die
Soldaten eröffnet, hieß es. Er sei noch am Ort des Zwischenfalls seinen
Schussverletzungen erlegen.