US-Truppen nehmen bei Razzien 100 Verdächtige fest
Bei ihrer Offensive gegen bewaffnete Widerstandskämpfer im Irak haben
die US-Truppen binnen 24 Stunden mehr als hundert Verdächtige
festgenommen. Zudem seien mehrere Waffenverstecke entdeckt worden, sagte
ein Militärsprecher.
Kämpfe in "feindlichem Territorium"
Zahl und Intensiät der Razzien würden erhöht, die Truppen führten
auch Kämpfe auf "Gebieten von Anhängern der Baath-Partei".
Gemeint sind Widerstandshochburgen von Anhängern des gestürzten
irakischen Machthabers Saddam Hussein und der offiziell verbotenen
ehemaligen Baath-Regierungspartei. "Wir wissen, wo die Terroristen
sind", betonte der Sprecher.
Druck auf irakische Übergangsregierung
Der US-Zivilverwalter Paul Bremer drängte die irakische Übergangsregierung
derweil zum Handeln: Das Gremium werde "sehr wichtige"
Entscheidungen in den kommenden Wochen treffen müssen, sagte er in
Bezug auf die Ausarbeitung einer Verfassung und eines Zeitplans für die
Abhaltung von Wahlen.
USA erwägen Bildung einer neuen Übergangsführung
Zuvor hatte die "Washington Post" berichtet, die US-Regierung
sei zunehmend unzufrieden mit der von ihr eingesetzten irakischen Übergangsregierung.
Washington sei enttäuscht, dass das Gremium bei den Beratungen über
eine neue Verfassung nicht vorankomme. Die USA erwägen der Zeitung
zufolge die Bildung einer neuen irakischen Interimsführung. Dabei wolle
Washington auch einen Vorschlag Frankreichs und anderer Mitglieder des
UN-Sicherheitsrats prüfen, der auf dem Beispiel Afghanistan beruht.
Danach solle ein Übergangsgremium die "Regierungssouveränität"
erhalten, bevor eine Verfassung verabschiedet und Wahlen abgehalten
worden seien.
Explosionen in Bagdad
In der irakischen Hauptstadt Bagdad waren am Sonntagabend wieder mehrere
laute Explosionen zu hören. Nach Polizeiangaben schlug mindestens eine
Werfergranate in ein Haus im Stadtzentrum ein. Informationen über Opfer
gibt es zunächst nicht.
Hilfsorganisation angegriffen
Auch im Süden des Landes gab es einen Zwischenfall: Ein Wagen von
schwedischen Mitarbeitern einer Hilfsorganisation und ihren irakischen
Kollegen wurde angegriffen, meldete die schwedische Nachrichtenagentur
TT. Unbekannte lieferten sich auf der Straße zwischen Basra und der
Grenze zu Kuwait mit den vier Autoinsassen eine wilde Verfolgungsjagd über
fünf Kilometer und beschossen den Wagen mit Maschinengewehren, wie die
Organisation "Hoppets Stjärna" in Stockholm mitteilte. Die
Helfer hätten sich schließlich retten können, als sie auf eine
Spezialroute der Besatzungsmächte abbiegen konnten.
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