Bush spricht von einer letzten Chance
"Morgen (Montag) ist ein Moment der Wahrheit für die Welt", erklärte
Bush nach dem Treffen. Es werde sich dann zeigen, ob die Diplomatie noch
funktioniere. In einer "letzten Runde" von Telefongesprächen solle
versucht werden, Einvernehmen über eine neue Irak-Resolution in dem UN-Gremium
herzustellen, so Bush.
Weltsicherheitsrat berät am Montag
Unmittelbar nach dem Gipfeltreffen hat der Weltsicherheitsrat für morgen
Konsultationen zur Irak-Krise angesetzt. Das Treffen der 15 Mitgliedstaaten soll
auf Botschafter-Ebene stattfinden. Den Antrag dafür hatten Frankreich,
Deutschland und Russland gestellt. Mit einem Treffen auf Außenministerebene
wird für Mittwoch gerechnet.
Notfalls beginnt der Krieg ohne die Uno
Des weiteren gab Bush indirekt zu verstehen, dass die Verbündeten auch ohne ein
neues UN-Mandat gegen den Irak in den Krieg ziehen wollen. "Saddam Hussein
legt entweder freiwillig die Waffen nieder oder er wird mit Gewalt entwaffnet.
Und bisher hat er die Waffen nicht niedergelegt", stellte Bush fest. Ebenso
wie Blair und Aznar betonte der US-Präsident, die UN-Resolution 1441 lasse ein
militärisches Vorgehen gegen den Irak bereits zu. Saddam Hussein müsse sofort
und bedingungslos die Waffen niederlegen oder sein Land verlassen, erneuerte
Bush seine Aufforderung an den irakischen Staatschef.
Blair fordert eine klare Entscheidung
Für den Fall, dass sich Hussein einer Vernichtung seiner
Massenvernichtungswaffen widersetze, verlangte Blair von der UN ein "klares
Ultimatum" für einen Krieg gegen den Irak.
Hilfen beim Wiederaufbau versprochen
Die Gipfelteilnehmer sagten dem Irak Hilfen für den Wiederaufbau nach einem
Krieg zu. Die "territoriale Integrität des Landes" solle nicht in
Frage gestellt werden, versicherte Blair. Auch soll nach einem Krieg dafür
gesorgt werden, dass der Irak einen Rechtsstaat erhalte. Das Erdöl und die
anderen natürlichen Ressourcen des Landes sollen das Eigentum der irakischen
Bevölkerung bleiben.
Europa und Amerika sollen sich wieder annähern
Die Teilnehmer des Treffens plädierten schließlich in einer Erklärung für
die Stärkung der transatlantischen Zusammenarbeit zwischen Europa und Amerika.
"Die atlantische Solidarität war für Europa immer eine
Verpflichtung", betonte Aznar. "Ohne diese Verpflichtung ist das
Europa von morgen nicht denkbar."
Hintergrund - Der
Irak-Krieg und das Völkerrecht
Deutsche sollen den Irak verlassen
Das Auswärtige Amt hat unterdessen die in Irak lebenden Deutschen zur Ausreise
aufgefordert. "Deutsche im Irak werden umgehend zur Ausreise
aufgefordert", heißt es in der am Wochenende verschärften Reisewarnung
des Ministeriums. Eine Sprecherin sagte, die Botschaft solle vorübergehend
geschlossen werden, sobald die Ausreise der Deutschen aus Irak abgeschlossen
sei.