Streit zwischen Schröder und Blair dementiert
Medienberichte, dass es dabei zu einem Streit zwischen Bundeskanzler Gerhard
Schröder und Premierminister Tony Blair gekommen sei, haben die deutsche und
die britische Regierung bereits dementiert. Der "Independent on
Sunday" hatte gemeldet, die beiden Politiker hätten sich über einen
Vorschlag Blairs für das Abschlussdokument der Konferenz gestritten, bei dem es
um Militäreinsätze gehe.
Blair will Truppeneinsätze rechtfertigen
Blair hätte vorgeschlagen, die Entsendung von Truppen in jeden Staat zu
rechtfertigen, der von Bürgerkrieg heimgesucht oder von einem Tyrannen
beherrscht werde. "Wenn ein Volk ernsthafte Übel erleiden muss, als
Ergebnis eines inneren Kriegs, Aufstands, von Repression oder staatlichem
Versagen, und der fragliche Staat nicht willens oder fähig ist, dies zu beenden
oder abzuwenden, dann muss das Prinzip der Nicht-Intervention zurücktreten
hinter die internationale Verantwortung, zu beschützen", zitiert der
"Independent" Blair.
Frisierte Kriegsbeweise CIA
wusste Bescheid
Deutschland als Vermittler
Das Bundespresseamt erklärte, diese Passage habe sich auf humanitäre Einsätze
bezogen. Streit habe es deswegen nicht gegeben. Vielmehr habe Deutschland in der
Diskussion eine "Vermittlerrolle" eingenommen. Der endgültige
Wortlaut werde noch bekannt gegeben. Zuvor hatte bereits ein Sprecher Blairs
erklärt: "Zu keinem Zeitpunkt hat es Streit zwischen Großbritannien und
Deutschland gegeben."
Blair verteidigt Politik von US-Präsident Bush
Auf der Konferenz verteidigten Blair und der polnische Präsident Alexander
Kwasniewski die Politik von US-Präsident George W. Bush gegen Kritik von
anderen Teilnehmern. "Es wäre ein schrecklicher Fehler der Linken, wenn
sie sich als antiamerikanisch definieren würde", sagte Blair. Dies würde
nur denen in die Hände spielen, die Amerika auf einen strikten Unilateralismus
festlegen wollten.
Lobende Worte für die USA aus Osteuropa
Kwasniewski führte den Marshall-Plan für Europa nach dem Zweiten Weltkrieg an
und erklärte, die USA seien durchaus zu uneigennütziger Hilfe fähig. Auch
ihre Führungsrolle im Kampf gegen den internationalen Terrorismus verdiene
Respekt statt Misstrauen. Die Regierungschefs aus Ungarn und Rumänien, Peter
Medgyessy und Adrian Nastase, erklärten, der mangelhafte internationale Dialog
hätte die Tendenz der USA zu Alleingängen verursacht.