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Pressemitteilung der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
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>28.04.2010, Ulla Jelpke
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>Bundeswehr-Offensive an Schulen stoppen
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>"Die Bundeswehr bläst zur Offensive an der Schulfront", fasst Ulla Jelpke die
Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE zum
Einsatz von Jugendoffizieren zusammen (BT-Drs. 17/1315). "Dieser Angriff muss
gestoppt werden", fordert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion. "Schulen
müssen Bildungsstätten bleiben und dürfen nicht zu Orten militärischer
Indoktrination werden. Militärs haben dort nichts zu suchen." Jelpke weiter:
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>"Die Bundeswehr indoktriniert mit ihren Jugendoffizieren nicht nur die
Schülerinnen und Schüler, sondern auch das Lehrpersonal. Jugendoffiziere haben
im vergangenen Jahr 115.000 Schülerinnen und Schüler erreicht. Wehrdienstberater
konnten in den Schulen gar vor 281.000 Jugendlichen auftreten. Immer mehr
Junglehrer lassen sich vom Militär 'einbetten'. Die Zahl der Referendare, die
Ausbildungsangebote der Bundeswehr nutzen, ist seit dem Jahr 2003 von 50 auf
nunmehr 1.073 hochgeschnellt. Weitere 3.266 Lehrer haben im vergangenen Jahr
Fortbildungen beim Militär besucht.
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>Auf Initiative der Bundeswehr haben in den letzten zwei Jahren vier
Landesregierungen Kooperationsvereinbarungen mit ihr abgeschlossen –
Nordrhein-Westfalen, Saarland, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. In
Mecklenburg-Vorpommern steht die Unterzeichnung kurz bevor. Ziel der Abkommen
ist es, dem Einsatz von Jugendoffizieren einen offiziellen Segen zu erteilen und
so die Nachfrage nach Jugendoffizieren zu erhöhen. Die Strategie war laut
Regierungsantwort in Nordrhein-Westfalen bereits erfolgreich.
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>Aus einem aktuellen Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages,
das fordert, zur Gewährleistung der Neutralität des Bildungsauftrages müssten
neben Jugendoffizieren auch Militärkritiker zu Wort kommen, will die
Bundesregierung keine Konsequenzen ziehen. Sie behauptet, die militärpolitische
Schulung helfe den Schülern, 'sich ein eigenes Urteil bilden zu können'. Dabei
werden Jugendoffiziere selbst auf der Bundeswehr-Homepage als
'Öffentlichkeitsarbeiter der Bundeswehr' bezeichnet. Sie unterrichten nicht
wertfrei, sondern betreiben Militärpropaganda."
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