Millionen demonstrierten gegen US-Politik (t-online 21.3.04)

Weltweit sind am ersten Jahrestag des Irak-Kriegsbeginns Tausende Menschen für den Frieden auf die Straßen gegangen. Allein in New York beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter am Samstag rund hunderttausend Menschen an einem Friedensmarsch durch Manhattan. Besonders groß waren die Protestmärsche in den Ländern, die zusammen mit den USA Truppen im Irak stationiert haben. So gaben die Organisatoren einer Kundgebung in Rom die Zahl der Teilnehmer mit zwei Millionen an; die Polizei sprach von mehreren Hunderttausend. Auch in London und Madrid gingen Tausende auf die Straßen. In Deutschland war die Zahl der Demonstranten dagegen vergleichsweise gering.

"Bush - Lügner"
Anti-Kriegsdemonstrationen gab es in über 250 amerikanischen Städten. In San Francisco (US-Staat Kalifornien) wurde die Zahl der Demonstranten auf 50 000 geschätzt. Auf Kundgebungen forderten Redner ein Ende der Besatzung im Irak und die Rückkehr der Truppen. Demonstranten trugen Banner mit Aufschriften wie "USA raus - UN rein", "Bücher statt Bomben" und "Bush - Lügner".

Großes Engagement in Italien und Spanien
Die weltweit größte Demonstration fand in Rom statt. Ein mehrere Kilometer langer Zug zog von der Innenstadt zum Circus Maximus, wo die Schlusskundgebung stattfand.

Dort wurde eine hundert Meter lange Friedensfahne entrollt. In Barcelona demonstrierten nach Angaben des staatlichen Rundfunks 150 000 Menschen für den Abzug der Besatzungstruppen. In Madrid beteiligten sich rund 10 000 Menschen an einem Protestmarsch. In London zogen die Demonstranten vom Hyde Park zum Trafalgar Square.

Schwache Beteiligung in Deutschland
In Deutschland hielten sich die Teilnehmerzahlen an den Antikriegsdemonstrationen in Grenzen: Aus Berlin wurden 1600 gemeldet. In Landstuhl/Ramstein gab die Polizei die Zahl mit bis zu 1000 an. In arabischen Ländern kamen zum Jahrestag des Kriegsbeginns in verschiedenen Hauptstädten jeweils nur wenige hundert Menschen zusammen, um gegen den Krieg und die Folgen zu protestieren.

Bush: Befreiung war gut für alle Beteiligten
US-Präsident George W. Bush hatte den Irak-Krieg am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache positiv bewertet: "Die Befreiung des Irak war gut für die irakische Bevölkerung, gut für Amerika und gut für die ganze Welt."