L Ä N D E R - R A N K I N G
Supermacht Deutschland?!?
Vor Frankreich und Großbritannien steht Deutschland im Vergleich der "World's most powerful Countries" auf Platz zwei. Überlegener Sieger des Rankings, das das US-Magazin "Newsweek" alljährlich veröffentlicht, sind die USA.
New York - Das
Ergebnis des "Newsweek"-Ländervergleichs, der in einem Sonderheft
gedruckt wurde, fällt schmeichelhaft aus. "Deutschland hat in keiner
Kategorie den ersten Platz erreichen können - holte aber überall so viele
Punkte, dass Platz zwei sicher erreicht wurde", lautet das Fazit der
Redaktion.
Anhand statistischer
Daten aus 22 Sektoren wurden die globalen Gewichte ermittelt. Im Sektor
"Diplomatische Beziehungen" erreichte Deutschland Platz zwei, obwohl
die Ausgaben für die Außenpolitik mit 5,4 Milliarden Dollar (alle weiteren
Summen werden ebenfalls in Dollar angegeben) weit hinter Japan mit 9,2
Milliarden zurückblieben. Die USA, überlegener Sieger des Vergleichs, belegen
hier mit 12,9 Milliarden Platz eins.
Beim Thema "Wirtschaftskraft" belegte Deutschland ebenfalls Platz
zwei. Entscheidend für die gute Platzierung war das Exportvolumen, das mit 608
Milliarden nur 123 Milliarden hinter dem der Erstplatzierten USA zurückblieb.
Es folgen mit großem Abstand Japan (384), China (313) und Frankreich (308).
"Social Power" könnte größer sein
Schwächen bescheinigt der Vergleich Deutschland beim Thema Innovationen
(vergleichsweise wenig Patentanmeldungen) und in der Kategorie "Social
Power".
In der Kategorie "Movie Power" zählte "Newsweek" die Anzahl
der produzierten Filme, deren Export "hohe Profite" versprächen.
Indien führt hier mit 1200 Filmen pro Jahr, 543 sind es in den USA, Deutschland
landet mit 116 Filmen vor China (100).
Im Bericht zur weiteren Entwicklung der Machtverhältnisse rund um den Globus
schreibt "Newsweek": "Die Vereinigten Staaten müssen beweisen,
dass die Reformen im Corporate-Governance-Bereich genügen, um langfristig
Vertrauen in der Finanzwelt zu erhalten. Japan muss die Reformen auf dem
Bankensektor weiter vorantreiben. Aber Europa steht vor der größten
Herausforderung: Das Produktionspotenzial muss langfristig erhalten,
beziehungsweise verbessert werden."
Globalisierung für Europa die größte Herausforderung
Die Ost-Erweiterung der EU sei der wichtigste politische Schritt der vergangenen
Jahrzehnte - nun müsse die Region zeigen, dass die EU mit 25 statt 15
Mitgliedern in der Lage ist, Potenziale freizusetzen. Die Vorzeichen dafür
seien aber nicht die besten: Zum einen sei die Hälfte der europäischen Länder
2003 in oder nahe an einer Rezession gelandet. Zum anderen "gibt es kaum
Produkte oder Services in Europa, die keine Konkurrenz bei Unternehmen in Asien
oder den USA haben". Die Herausforderungen, die durch die Globalisierung
entständen, seien für Europa am größten, resümiert "Newsweek".
Zur Rangfolge der zehn mächtigsten Länder druckt "Newsweek" folgende
Urteile:
1. USA - "Hohe Punktzahl trotz Schwächen im Umweltschutz und bei
den Ölreserven"
2. Deutschland - "Nirgends die Nummer eins, aber insgesamt
stark"
3. Frankreich - "Teilt die Stärken des traditionellen Rivalen
Deutschland - aber auch die Schwächen"
4. Großbritannien - "Gutes Ergebnis bei der militärischen
Schlagkraft, aber Defizite bei der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit"
5. Japan - "Auf diplomatischer Ebene nicht engagiert genug, aber
eine überraschende Stärke im Spielfilm-Ranking"
6. Kanada - "Öl und Wasser - das Land verfügt über hohe
Reserven"
7. Schweden - "Überraschend gutes Ergebnis. Wollen die Schweden
deshalb den Euro nicht einführen?"
8. China - "Schlechte Platzierungen in den Feldern technische
Innovationen und Rohstoffreserven aber ein starkes Militär und eine blühende
Wirtschaft"
9. Norwegen - "Bietet eine hohe Lebensqualität, das diplomatische
Prestige ist ebenfalls gut. Schwächen auf dem Finanzsektor und beim Militär"
10. Niederlande - "Verfügt über einen wertvollen Agrarsektor und
Stärken im Hightech-Bereich"
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Wir haben uns schon darauf eingestellt: Mit Deutschland geht es den Bach
runter. Doch jetzt erklärt das US-Magazin "Newsweek" die
Bundesrepublik zum zweitmächtigsten Staat der Welt. Ein Plädoyer für einen
trotzigen Optimismus.
Schröder: Man glaubt es kaum
In einer Schlusslicht-Mentalität eingerichtet
Tatsächlich passt die frohe Kunde nicht so recht in unser Selbstverständnis:
Mit Deutschland geht es den Bach runter. Die Wirtschaft: lahm, die Politik:
visionslos, die Gesellschaft: erstarrt. Positive Nachrichten haben es schwer.
Optimismus ist nicht unsere Stärke. Wir jammern und haben uns in einer
Schlusslicht-Mentalität eingerichtet - aber so schlecht steht es um Deutschland
gar nicht.
Wirtschaftskraft und außenpolitischer Einfluss
Die Studie sieht Deutschland auf Platz zwei hinter den USA. Auf den Plätzen
folgen Frankreich, England und Japan. Maßstab waren 22 Kriterien, unterteilt in
sieben Kategorien. Punkten konnte Deutschland vor allem in den Sparten
Wirtschaftskraft und außenpolitischem Einfluss.
Rankings nicht immer seriös
Rankings haben Konjunktur. Egal ob Städte, Unis, Politiker - alles wird
verglichen, nicht immer seriös. Auch an der Newsweek-Studie lässt sich leicht
mäkeln. Die Auswahl der Kategorien wirft Fragen auf. So ist die Demographie
nicht Teil der Analyse der Wirtschaftskraft. Dabei gilt unsere alternde
Gesellschaft als Risiko für die künftige Entwicklung unserer Wirtschaft.
Deutschland im Hintertreffen
Und die Sparte Technologie/Wissenschaft wird nicht in Beziehung zur
Wirtschaftskraft gesetzt. Ein Fehler, denn gerade in den Wissensgesellschaften
der westlichen Welt wird die Innovationsfähigkeit über den wirtschaftlichen
Stellenwert einer Nation entscheiden. Deutschland ist hier im Hintertreffen.
Amis trauen uns was zu
"Old Europe" ist Schnee von gestern
Doch das Gerede von "Old Europe" ist Schnee von gestern. Das Verhältnis
zwischen den Kriegsgegnern und der Bush-Regierung entspannt sich. Frankreich und
Deutschland werden als Motoren der europäischen Integration stark gebraucht -
das hat das Scheitern der Verfassung deutlich vor Augen geführt.
Verantwortung übernehmen
Wer in der internationalen Politik eine Rolle spielen will, muss Verantwortung
übernehmen - auch militärisch. Deutsche Soldaten leisten ihren Beitrag in
Afghanistan, auf dem Balkan und in anderen Brennpunkten der Welt. Die
Neuausrichtung der Bundeswehr auf internationale Einsätze reagiert jetzt auf
die gestiegenen Erwartungen unserer Partner.
Letzter Platz beim Wachstum
Arbeitslosigkeit stagniert auf hohem Niveau
Schlechte Ausbildung
Ab in den Papierkorb
Wer will schon das amerikanische Modell?
Deutschland ist Exportweltmeister
Massig Probleme auch in den USA