Milliardengeschäft. Dabei stehen die fetten Jahre noch bevor, denn
weltweit steigt der Bedarf an schneller und gefahrloser Aufklärung aus der
Luft.
Hunderte Drohnen im Einsatz
Im Irak und in Afghanistan werden Drohnen von den US-Streitkräften zu Hunderten
eingesetzt. Sie spähen Rebellenverstecke aus, enttarnen Bombenfallen und
lokalisieren feindliche Stellungen. Auch den Iran spionieren die USA mit Drohnen
systematisch aus und sammeln Informationen über dessen Atomprogramm.
24 Stunden lautlos in der Luft
Die Vorteile der fliegenden Spione liegen auf der Hand: Sie gefährden keine
Soldaten in gefährlichen Missionen hinter feindlichen Linien und sie sind
selbst mit Radar nur schwer zu enttarnen. Zudem können sich UAV's über 24
Stunden lang geräuschlos in einer Position halten und Daten über Zielobjekte
liefern. Die Rüstungsindustrie arbeitet an Überwachungsdrohnen, die nicht größer
als eine Kreditkarte sind - ideal um etwa einen Einsatz mit Häuserkampf
vorzubereiten. Die mit Kameras ausgestatteten Mini-Aufklärer können problemlos
durch Fenster fliegen und das Innenleben von Gebäuden auskundschaften.
Livebilder vom anderen Ende der Welt
Auch mit wesentlich größeren bewaffneten Drohnen wie der amerikanischen
RQ-1/MQ-1 Predator konnten schon militärische Erfolge erzielt werden. So im
November 2002 im Jemen. Damals feuerte ein Predator zwei Hellfire-Raketen auf
einen Wagen mit sechs Al-Kaida-Terroristen. Bevor im fernen US-Zentralkommando
in Tampa Florida der Abschuss freigegeben wurde, hatte die Drohne die
Terroristen bereits über Stunden verfolgt und Livebilder über den großen
Teich gesandt.
Einsatz vom U-Boot aus
Mit der rasant voranschreitenden Entwicklung werden die Fähigkeiten der Drohnen
immer ausgefeilter und komplexer. So arbeitet der Konzern Lockheed Martin an
einer Faltflügel-Drohne, die von getauchten Atom-U-Booten aus starten soll.
Nach einem Einsatz im Radius von 1300 Kilometern soll sie wassern und von einem
Seeroboter wieder zum U-Boot gebracht werden.
Für Entwicklungsländer erschwinglich
Bei weltweit bis zu 400 Projekten sind Drohnen mittlerweile auch für
Entwicklungsländer erschwinglich wie die französischen Truppen an der
Elfenbeinküste leidvoll erfahren mussten. Regierungsflugzeuge bombardierten im
November 2004 mit tödlicher Präzision die Stellung der Franzosen an der
Demarkationslinie zum Rebellengebiet. Zuvor war das Lager von Drohnen
israelischer Bauart ausspioniert worden.
Europäer wollen mitmischen
Auch die Europäer wollen nicht nur Zaungäste sein und beim Krieg der Zukunft
kräftig mitmischen. Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS baut an einem
Testmodell für ein unbemanntes Kampfflugzeug - Demonstrator genannt. Das zweite
europäische Großprojekt EuroMALE (MALE steht für "mittlere Flughöhe,
große Flugdauer") hat 26 Meter Spannweite und kann 450 Kilogramm Waffen
oder elektronisches Gerät tragen. Die Drohne soll 24 Stunden lang in 15
Kilometern Höhe einsetzbar sein und gegen den Predator von General Atomics
antreten.
USA setzen auf Drohnen
Predator-Drohnen haben die Größe eines Kleinflugzeugs, wiegen mehr eine als
eine Tonne und können mit Hellfire-Raketen bestückt werden. Die gewaltigste
Drohne ist mit 40 Metern Spannweite und fünf Tonnen Gewicht der Global Hawk.
Der größte Markt für UAV's sind die USA: Nach den Anschlägen vom 11.
September erhöhte Washington die Ausgaben für die Entwicklung solcher
Flugsysteme von 250 Millionen auf mehrere Milliarden Dollar jährlich. Nach den
Zielvorgaben des Pentagon sollen bis 2020 unbemannte Kampfflugzeuge bereits ein
Drittel der Luftwaffe ausmachen.