Vor der für heute erwarteten Abstimmung über eine UN-Resolution gegen die
Ausweisung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat der israelische
UN-Botschafter Dan Gillerman dem Weltsicherheitsrat "Heuchelei"
vorgeworfen. Das UN-Gremium sei wiederholt zusammengekommen, um das Vorgehen
Israels zu verurteilen, es ignoriere jedoch palästinensische Selbstmordanschläge
und bewaffnete Überfälle auf Israelis, sagte der Botschafter dem israelischen
Armeerundfunk.
Israel drängt USA zu Veto
Israel will Arafat loswerden
Die israelische Regierung unter Ministerpräsident Ariel Scharon wirft Arafat
vor, in Terroranschläge verwickelt zu sein. Nach zwei blutigen Selbstmordanschlägen,
die 15 Israelis das Leben kosteten, beschloss die Regierung in der vergangenen
Woche "im Grundsatz", Arafat auszuweisen.
Handelsminister: Mordanschlag ist legitim
Der israelische Handelsminister Ehud Olmert geht noch weiter: Er hält nach
eigenen Worten einen möglichen Mordanschlag für eine "legitime"
Methode, um Arafat aus dem Weg zu räumen. "Die Frage ist doch, wie man
dies erreicht: Ausweisung ist eine Option. Ein Attentat ist ebenfalls eine der
Optionen," sagte Olmert im israelischen Rundfunk.
Außenminister rudert zurück
| dpa |