Hat Irans Geheimdienst mit El Kaida zusammengearbeitet?
Nach seinen Informationen habe der iranische Geheimdienst mit der
Terororganisation El Kaida eng zusammengearbeitet. Hauptorganisator der Anschläge
in New York und Washington soll aber Saif al Adel gewesen sein, der als Mann der
Hisbollah-Terrorgruppe im Iran gelebt habe.
Belastungszeuge will Geld
Auch der in Hamburg als Terrorhelfer angeklagte Abdelghani Mzoudi soll drei
Monate lang im Iran gewesen sein. Der BKA-Beamte sagte aus, der verhörte Mann
habe Mzoudi aber nie gesehen und wisse nicht, wann die Reise war. Für weitere
Informationen fordere der Agent Geld. "Er will mit der Bundesanwaltschaft
die Bedingungen für die weitere Zusammenarbeit festlegen", sagte der
BKA-Beamte.
Neue Beweisaufnahme
Ursprünglich sollte heute das Urteil gegen Mzoudi gesprochen werden. Weil die
Bundesanwaltschaft gestern überraschend den neuen Zeugen präsentierte, trat
das Oberlandesgericht Hamburg erneut in die Beweisaufnahme ein. Um die Glaubwürdigkeit
des Zeugen prüfen zu können, beantragte die Staatsanwaltschaft eine
Prozessunterbrechung von 30 Tagen.
Verteidigung plädiert auf Freispruch
Entlastung durch Chefplaner der September-Anschläge
Mzoudi war Mitte Dezember überraschend aus der Untersuchungshaft entlassen
worden, nachdem eine ihn entlastende Aussage aufgetaucht war. Bei dem Zeugen
soll es sich um den im Herbst 2002 in Pakistan festgenommenen Ramzi Binalshibh
handeln, der wegen der Anschläge von den Sicherheitsbehörden in den USA
vernommen wird. Mzoudi war im September 2002 in Hamburg festgenommen worden.
Seine Haftentlastung hatte heftige Kritik sowohl in den USA als auch von
Generalbundesanwalt Kay Nehm ausgelöst.
Ausbildung im Terror-Camp
Gegen Mzoudi spricht nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft auch, dass er im
Jahr 2000 gemeinsam mit seinem Freund Mounir El Motassadeq in einem afghanischen
Ausbildungslager der islamischen Terrororganisation El Kaida war. Motassadeq war
vom Oberlandesgericht zu 15 Jahren Haft verurteilt worden und hat beim
Bundesgerichtshof dagegen Revision eingelegt. Ende Januar soll darüber
entschieden werden.