Haben
Amerikaner und Briten im Irak gefoltert?
Schwere
Vorwürfe gegen die amerikanischen und britischen Truppen im Irak: Die
Menschenrechts-Organisation Amnesty International (AI) berichtet von mindestens
20 Fällen von Folter an gefangen genommenen irakischen Soldaten und Zivilisten.
"Schläge
während der ganzen Nacht"
Auf einer Pressekonferenz in London teilte AI-Vertreter Said Boumedouha mit, die
20 Personen seien mit "Schlägen während der ganzen Nacht"
misshandelt worden. Eine Person habe berichtet, mit Elektroschocks gefoltert
worden zu sein. Die meisten der Vorfälle ereigneten sich in der Nähe der südirakischen
Stadt Basra. Die Betroffenen seien von den Invasionstruppen als Milizen von
Saddam Hussein verdächtigt worden.
Recherchen
laufen noch
Boumedouha sagte weiter, er habe die Betroffenen während eines Aufenthalts im
Irak befragt. Amnesty will die gesammelten Zeugenaussagen in einem Dossier zu
einem späteren Zeitpunkt den Regierungen in London und Washington vorlegen. Im
Moment würden die Recherchen vor Ort noch fortgesetzt und dürften nicht
"gefährdet" werden.
"Ich würde
das als Folter bezeichnen"
Auf verschiedene Nachfragen von Journalisten bestand Boumedouha darauf, dass die
Bezeichnung "Folter" für die Behandlung der Häftlinge korrekt sei.
"In einem Fall sprechen wir von Elektroschocks, in anderen von
stundenlangen Schlägen und ausgeschlagenen Zähnen. Ich würde das als Folter
bezeichnen", sagte der AI-Vertreter.
dpa