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Junge Welt
04.01.2010 / Schwerpunkt / Seite 3
Falsche Flagge?Die offiziellen Darstellungen zum mißglückten Attentat in US-Flugzeug sind voller Widersprüche und UngereimtheitenRainer Rupp
Bei dem angeblichen Terroranschlag des nigerianischen Unterhosenbombers
Umar Farouk Abdulmutallab auf dem Northwest-Flug 253 von Amsterdam nach
Detroit am 25. Dezember 2009 hatten nicht wenige Beobachter ein Déjà vu:
Alles schon mal erlebt. Tatsächlich spricht vieles für eine Operation
unter falscher Flagge. Die Geschichte der US-Militärinterventionen rund
um die Welt ist nachweislich von Verschwörungen geprägt.
KriegsvorwändeImmer wieder sind US-Regierungen dabei ertappt worden, daß sie mit »false-flag«-Anschlägen
und -Angriffen die Stimmung in der US-Öffentlichkeit erfolgreich
manipulierten, um strategische Ziele durchzusetzen. Einige bekannte
Beispiele: Die Explosion des US-Schlachtschiffs Maine 1898 im Hafen von
Havanna, die den Anlaß für den Krieg der USA gegen Spanien lieferte; der
sogenannte Zwischenfall in der Bucht von Tongking 1964, der den
US-Angriff auf Nordvietnam legitimierte; der Plan der
Bush-Administration, ein Flugzeug mit UN-Markierungen über dem Irak
abzuschießen, um die Tat Saddam Hussein in die Schuhe zu schieben. Das
sind Tatsachen, keine Theorien. Viel spricht dafür, daß auch der in
Detroit festgenommene Nigerianer und seine zur »jemenitischen Al-Qaida«
hochgejubelte Gruppe verrannter islamistischer Extremisten von einem der
inzwischen 16 US-Geheimdienste unter falscher Flagge »geführt« wurde. ÄhnlichkeitenNach anfänglichem Leugnen hat die CIA inzwischen eingestanden, daß
sie bereits seit August erste Warnungen erhalten hatte. Einen Monat vor
dem Flug verfügte sie auch über den Namen und sogar die Paßnummer des
Nigerianers, nachdem Abdulmutallabs Vater, ein ehemaliger Minister und
einflußreicher Banker, im November in der US-Botschaft in Nigeria den
dortigen CIA-Vertreter vor den terroristischen Absichten seines Sohnes
bei dessen bevorstehender USA-Reise gewarnt hatte. Der Geheimdienst war
somit informiert, daß der Sohn zu einem religiösen Fanatiker geworden
war, der sich seit dem Sommer mehrere Monate in einem Ausbildungslager
im Jemen aufgehalten hatte. Daraufhin, so CIA-Sprecher Paul Gimigliano
in der New York Times vom 30. Dezember, habe die Agency alle betroffenen
US-Behörden informiert, um sicherzustellen, daß Abdulmutallab »auf die
Terroristenliste der US-Regierung gesetzt würde«. Was nicht geschah. H intergrundErstaunliches Desinteresse des FBI Das Ehepaar Lori und Kurt Haskell aus Michigan war mit Kindern und Großmutter am 25. Dezember an Bord der Northwest-Maschine, als der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab seine »Bombe« zündete. Vor und während des Fluges hatten sie Seltsames beobachtet, worüber sie anschließend in verschiedenen USMedien, darunter landesweiten TVSendern, berichteten. Beide Haskells sind Rechtsanwälte und vermitteln den Eindruck, daß sie mit beiden Beinen im Leben stehen. Sie erzählten u. a., daß sie in der Warteschlange am Check-In-Schalter in Amsterdam ein Gespräch beobachtet und gehört hatten, mit dem ein gut gekleideter Mann indischen Aussehens dem verhinderten Attentäter Abdulmutallab half, trotz offensichtlicher Probleme mit dessen Papieren »unter Umgehung der normalen Paßkontrolle« doch noch an Bord des Flugzeuges zu kommen. Weiter schilderten beide, was unabhängig von ihnen auch andere Passagiere bestätigten, daß ihnen kurz nach dem Start ein Mann aufgefallen sei, der während des ganzen Fluges Abdulmutallab im Auge behielt und eine aufnahmebereite Videokamera in Richtung von dessen Sitz hielt. Sofort nach Zündung der angeblichen Bombe sprang der Unbekannte demnach auf und filmte die Szene von Anfang bis Ende. Diese Aufnahmen sind bisher nicht in der Öffentlichkeit aufgetaucht, offenbar wurden sie auch nicht Medien zum Kauf angeboten. Außerdem sagten die Haskells ebenso wie andere Passagiere vor der Kamera, daß außer Abdulmutallab eine weitere Person in Detroit verhaftet worden sei. Dies wurde anfangs von den US-Behörden dementiert, inzwischen aber bestätigt – allerdings mit der Erklärung versehen, der Verhaftete habe nichts mit dem mißglückten Bombenanschlag zu tun. Die Haskells wurden erst fünf Tage nach dem Flug vom FBI als Zeugen vernommen, und zwar denkbar kurz: die Eheleute laut eigenen Angaben jeweils 15 Minuten und die anderen Familienangehörigen jeweils fünf Minuten. Danach erschien das FBI nicht mehr bei ihnen. Derzeit wird versucht, die Familie mundtot zu machen. Am 31. Dezember beklagte sich Kurt Haskell daher in der Michiganer Regionalzeitung MLife, daß ihm inzwischenklargeworden sei, »daß meine eigene Regierung mich und meine amerikanischen Mitbürger belügt«. (rwr) |