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EU hält im Kampf gegen Terror zusammen
Die Europäische Union will den Terrorismus mit allen verfügbaren Mitteln
einschließlich des Militärs bekämpfen. Zum Auftakt ihres Gipfeltreffens in Brüssel
lag den Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten am Donnerstag eine Solidaritätserklärung
vor, die ausdrücklich auch den Einsatz nationaler Streitkräfte gegen
Terrorangriffe einschließt. Sie reagierten damit auf die Anschläge von Madrid
am 11. März, bei denen 190 Menschen getötet wurden. Gegenseitigen Beistand zugesichert Anti-Terror-Koordinator im Gespräch Konkret wollen die Staats- und Regierungschefs unter anderem die Arbeitsmöglichkeiten der europäischen Polizeibehörde Europol verbessern. Ganz oben auf der Liste ihres Maßnahmenpakets steht ein engerer Austausch von Informationen der Polizei- und Justizbehörden und der Geheimdienste. Zudem soll künftig ein EU-Koordinator die Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung organisieren. Im Gespräch für dieses neue Amt ist der frühere Staatssekretär im niederländischen Innenministerium Gijs de Vries. Theorie und Praxis klaffen auseinander Ein großer Teil der Vorschläge besteht allerdings nur aus der Bekräftigung alter Beschlüsse, die aus unterschiedlichen Gründen noch nicht umgesetzt wurden. Dazu gehört der europäische Haftbefehl, der eigentlich seit Jahresbeginn in allen EU-Staaten gelten sollte. Auch die dringend erforderliche Weiterleitung von mehr Informationen an die Polizeibehörde Europol läuft derzeit nur zögerlich. Einigung auf doppelte Mehrheit? Im Streit um die künftige EU-Verfassung zeichnete sich unmittelbar vor dem EU-Gipfel eine Lösung im Sinne Deutschlands ab. Der derzeitige EU-Ratspräsident und irische Regierungschef Bertie Ahern schrieb seinen Kollegen, eine Einigung müsse auf dem Prinzip der doppelten Mehrheit erfolgen. Das heißt, dass bei Abstimmungen nicht nur die Zahl der Länder, sondern auch deren Bevölkerungsstärke angerechnet wird. Polen und Spanien zu Kompromiss bereit Der polnische Außenminister Wlodzimierz Cimoszewicz deutete an, dass seine Regierung ihren Widerstand aufgeben könnte. "Wir schließen einen Kompromiss auf der Grundlage der doppelten Mehrheit nicht aus", sagte er vor dem Gipfeltreffen. Polen und Spanien genießen nach geltenden Verträgen einen gemessen an der Bevölkerungsstärke unverhältnismäßig großen Einfluss im Ministerrat. Sie hatten den Verfassungsentwurf daher vehement abgelehnt. Die spanischen Sozialisten, die nach ihrem Wahlsieg die neue Regierung stellen werden, haben bereits Flexibilität versprochen. Einigung vor Europawahl? Der belgische Ministerpräsident Guy Verhofstadt plädierte für eine Verständigung noch vor der Wahl zum Europäischen Parlament (EP) Mitte Juni. Als noch offen bezeichnete Ahern auch die Zahl der Mitglieder in der EU-Kommission und die Zahl der EP-Abgeordneten pro Land. Hier dürften nach seiner Einschätzung Kompromisse jedoch einfacher zu erzielen sein.
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