In den kommenden zwölf Monaten dürfen demnach bis zu 2.800 Soldaten
die Kontrolle der Schifffahrt vor den Küsten Somalias, des Jemen und
des Oman übernehmen; ihr Landstützpunkt ist Djibouti, ein
traditioneller Militärvorposten Frankreichs. Das Einsatzgebiet hat nach
Angaben der Bundeswehr die achtfache Größe des deutschen Staatsgebiets
und reicht von der Zufahrt zum Roten Meer (Bab al Mandab) bis zur
Zufahrt zum Persischen Golf (Straße von Hormuz). Die deutschen Soldaten
sind an Überwachung und Dokumentation des gesamten dortigen Seeverkehrs
beteiligt ("Rasterfahndung auf See"), ihre Eingriffsrechte
umfassen die Kontrolle der Ladung von Handelsschiffen sowie Zwangsmaßnahmen,
sofern Beweise für die "Unterstützung terroristischer
Organisationen" vorliegen. Gleiches gilt für den NATO-Einsatz im
Mittelmeer ("Active Endeavour"), der ebenfalls Teil des so
genannten Anti-Terror-Krieges ist; auch an ihm hatten
Bundeswehreinheiten mitgewirkt. Der Bundestags-Beschluss deckt auch
Kampfeinsätze der Spezialeinheit KSK ("Kommando Spezialkräfte")
in Afghanistan, die unter absoluter Geheimhaltung durchgeführt werden.
Derzeit sind vor der ostafrikanischen Küste rund 240 deutsche Militärs
im Einsatz. Die Bundesregierung stellt dafür rund 107 Millionen Euro im
Jahr zur Verfügung.
Enduring War
08.11.2005