Britischer Verteidigungsminister dementiert
Großbritanniens Verteidigungsminister Geoff Hoon ist nach eigenen Angaben
jedoch nicht über Kriegsvorbereitungen der USA gegen Irak informiert. Er wäre
"sehr überrascht, wenn irgendeine große Operation ohne umfassende
Konsultationen mit dem Vereinigten Königreich stattfinden würde", sagte
Hoon der BBC. Großbritannien ist der engste Verbündete der USA in deren Kampf
gegen den internationalen Terrorismus. Im Afghanistan-Einsatz waren britische
Spezialtruppen beteiligt. Außerdem leistete die britische Armee den US-Truppen
logistische Hilfe.
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- Immer weniger Verständnis für USA
Nur eine "Frage von Monaten"
Nach dem Bericht des "Guardian" soll eine voraussichtlich 200.000 Mann
starke Truppe von Kuwait aus nach Irak einmarschieren. Das Blatt zitiert einen
Vertreter des Londoner Außenministeriums mit den Worten, eine militärische
Intervention in Irak stehe zwar nicht unmittelbar bevor, sei aber nur eine
"Frage von Monaten". Das "Kriegskabinett" von US-Präsident
George W. Bush sei Ende Januar überein gekommen, dass die bisherige Politik
gescheitert sei, Bagdad in Schach zu halten. Stattdessen müssten jetzt aktive
Schritte ergriffen werden, um den irakischen Führer zu stürzen, berichtete der
"Guardian" ohne Angabe von Quellen.
Powell verteidigt Bushs "Achse des Bösen"
US-Außenminister Colin Powell wies unterdessen die Kritik europäischer Staaten
an der von Präsident George W. Bush propagierten "Achse des Bösen"
als "inkonsequent" zurück. In einem Gespräch mit der in London
erscheinenden "Financial Times" sagte Powell, die Europäer sollten
inzwischen wissen, dass Bush eine "sehr direkte Sprache" habe.
"Aber er handelt mit Entschlossenheit, Vorsicht und Geduld", fügte
Powell hinzu.
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Bush wollte Iranern die Augen öffnen
Mit seiner Äußerung, dass zwischen dem Irak, Nordkorea und Iran eine
"Achse des Bösen" bestehe, habe Bush "die Wahrheit gesagt",
sagte Powell der "Financial Times". Er habe sich "sehr direkt und
sehr realistisch" geäußert. Powell wies die Befürchtung zurück, dass
damit Hardliner in Iran ermutigt werden könnten. Bush habe mit seinen
Bemerkungen die Öffentlichkeit in Iran beeinflussen wollen, was deren
"Bild von ihrer eigenen Regierung angeht."
Powell: Europäer inkonsequent
Die Europäer sind nach Ansicht Powells offenbar daran interessiert, ihre
"eigenen Lösungen" für den Nahost-Konflikt zu suchen. Dabei seien
sie aber zum Beispiel nicht bereit, Iran wegen Waffenlieferungen an die Palästinenser
"zur Rede zu stellen." Ihre Kritik sei deshalb
"inkonsequent."
Bush: Alle Optionen offen
Bush hatte zuvor bekräftigt, er halte sich für ein Vorgehen gegen Irak
"alle Optionen" offen. Saddam Hussein müsse klar sein, "dass ich
es mit der Verteidigung unseres Landes ernst meine". US-Außenminister
Colin Powell hatte gesagt, Irak sei das "Land mit dem größten
Unsicherheitsfaktor" weltweit. Washington erwäge zurzeit die "Möglichkeiten
eines Regimewechsels" in Bagdad. Es gebe jedoch keine konkreten Angriffspläne
gegen Irak.
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