Die
nicht gehaltene Rede des amerikanischen Präsidenten
G.W.
Bush nach dem
11.
September 2001
Am 11. September 2001 hat sich die Welt verändert. Uns ist durch unfassbaren Terror Schreckliches geschehen. Dies ist eine Stunde der Trauer, aber auch der Selbstbesinnung. Feierlich erkläre ich heute vor dem amerikanischen Volk und der ganzen Welt, dass wir Amerikaner keinem Land der Erde etwas auch nur annähernd so Furchtbares zufügen werden.
Da gibt es Leute,
die uns so sehr hassen, dass sie uns mit Terror Überziehen und wahllos
unschuldige Menschen töten. Doch von solchen Menschen lassen wir uns nicht das
Gesetz unseres eigenen Handelns aufzwingen. Sie sind von Hass geblendet. Wir
aber werden uns nicht dem Hass hingeben. Wir werden Terror nicht mit neuem
Terror beantworten.
Da haben uns Leute
einen Krieg erklärt, aber wir lassen uns keinen Krieg aufzwingen. Diese Anschläge
waren ein Angriff auf alle zivilisierten Werte, die wir kennen. Wir aber werden
uns unsere Zivilisation nicht nehmen lassen. Wir werden eine Antwort geben, eine
entschlossene, intelligente, besonnene Antwort, aber eine zivilisierte Antwort.
Wie sollten wir auch glaubwürdig sein im Kampf gegen Menschenverachtung, wenn wir selbst zu menschenverachtenden Mitteln greifen?Wir werden den Terror bekämpfen, aber nicht indem wir Rache, sondern indem wir Recht walten lassen. Wir werden vor allem keine neuen Ängste in der arabischen Welt vor einem neuen Kreuzzug auslösen. Alte Feindbilder lassen wir hinter uns. Das 2 1. Jahrhundert wird nicht mit einem Krieg begonnen werden, Vielmehr wird er begonnen mit einem großen.., weltweiten Bündnis und einer Offensive gegen Terror und Gewalt.
Zu diesem Zweck
gehen wir gemeinsam mit allen Staaten, die uns auf diesem Weg unterstützen, vor
gegen Geldwäsche, Korruption, organisierte Kriminalität sowie mafiöse
Verstrickungen, gegebenenfalls bis hinein in die eigenen politischen Strukturen.
Wir werden international polizeilich zusammenarbeiten, geplante Anschläge
aufdecken und Verdächtige überwachen.
Um dem Terror aber
langfristig den Boden zu entziehen, engagieren wir uns ab sofort mit allen
politischen und finanziellen, personellen und moralischen Kräften für die
sozialen und demokratischen Rechte in unserem Land und auf der ganzen Erde. Wir
fordern den Schutz von Minderheiten ein, in welchem Land auch immer. Alle
Staaten sind aufgerufen, für die Einhaltung der Menschenrechte zu sorgen,
Folterkeller unverzüglich aufzulösen, Sklaven‑ und Kinderarbeit zu bekämpfen
und Frauenrechte zu gewährleisten Diese Forderung ist nicht verhandelbar.
Weiter ordne ich
den sofortigen Stopp sämtlicher Waffenlieferungen aus unserem Land in
Kriegs‑ und Krisengebiete an. Wir können nicht länger dulden, dass wir
selbst denjenigen die Waffen liefern, die nachher womöglich als Terroristen den
Weltfrieden aufs Spiel setzen. Die anderen Länder, die Waffen herstellen oder
liefern, fordere ich zu gleichen Maßnahmen auf.
Ebenso
werden von allen Ländern unverzüglich Programme ins Leben gerufen, die Hunger
und Armut zum Feind Nummer Eins der Menschheit erklären. Solange 24000 Menschen
täglich verhungern bzw. an den Folgen von Unterernährung sterben, kann es
keinen Frieden geben. Die Grundrechte auf Nahrung, Obdach, Bildung und eine
ordentliche medizinische Grundversorgung sind unverzüglich zu gewährleisten.
Diese Forderung ist nicht diskutierbar, denn sie ist bereits der erklärte Wille
der Weltgemeinschaft in der Charta der Vereinten Nationen. Wir geben dafür 10
Milliarden Dollar; und wir fordern alle Millionäre und Milliardäre in der Welt
auf mindestens den zehnten Teil ihres Vermögens dem gleichen Zweck zur Verfügung
zu stellen. Aber schon ein Prozent des Einkommens der reichsten 200 Personen der
Erde würden 8 Milliarden Dollar erbringen, die den oben genannten Zielen zugute
kommen könnten. So könnten wir sehr bald sichtbare Erfolge verzeichnen. Zu den
weiteren Maßnahmen in diesen Bereich gehören:
die Bekämpfung
der Seuche Aids,. vor allem in Afrika; Reintegrationsprogramme für ehemalige.
Kindersoldaten; das Gleiche für Kinderprostituierte; der Kampf gegen
Drogemissbrauch und Drogenhandel; Hilfen für Koka‑ und Opiumbauern, um
auf Grundnahrungsmittel umsteigen zu können; Programme für Infrastruktur und
Bildung in sämtlichen Armenvierteln.
Weitere 5
Milliarden Dollar investieren wir in Begegnungsstätten für unterschiedliche
Nationen, Rassen, Religionen und Kulturen im Zeichen einer Kultur des Friedens,
in Friedensforschung; und Friedensarbeit. Alle Religionen fordern wir auf, ein
Zehntel ihrer Mittel der interreligiösen Verständigung und Begegnung zur Verfügung
zu stellen. Wir fordem alle Religionen zu Toleranz und Frieden untereinander
auf. Wir appellieren aber auch an
alle nicht‑religiösen Menschen, sich gemeinsam mit den Religionen auf die
Grundwerte der Humanität zu besinnen und dafür zu arbeiten.
Früher haben wir
Kriege geführt oder Regierungen beseitigt, die uns nicht genehm waren, An
dieser Stelle möchte ich im Namen des amerikanischen Volkes allen davon
betroffenen Menschen und Völkern mein tiefstes Bedauern aussprechen. Es war ja
auch ein 11. September, der des 1973, als wir in Chile mit Hilfe unseres
Geheimdienstes die Regierung Allendes entmachteten, eines Präsidenten, der
jedem Kind täglich einen halben Liter Milch zukommen ließ. Wir bedauern, dass
wir in den Ländern Lateinamerikas Regimes gestützt haben, die mit Diktatur und
Folter ihr Land knechteten. Dies ist einer humanen demokratischen Weltmacht unwürdig.
Es
tut uns Leid, dass wir Vietnam im Namen der "Freiheit" entlaubt und
hunderttausende Menschen getötet haben. Ich entschuldige mich auch beim
irakischen Volk für die Millionen von Opfern, vor allem Kinder, die in der
Folge unseres Golfkriegs gestorben sind an Unterernährung und an Missbildungen
durch die von uns verwendete Uranmunition. Heute, da wir wissen, was unschuldige
Opfer erleiden müssen, versprechen wir, dass wir Menschenleben nie mehr als
"Kollateralschäden" betrachten werden. Jedes menschliche
Leben ist unendlich wertvoll.
Aber auch jedes andere Leben auf dieser Erde ist wertvoll und schützendwert.
Daher stellen wir uns als Nation nicht länger gegen das Kyoto‑Protokoll
zum Schutz des Weltklimas, sondern werden alternative Energien fördern, die
Schadstoffemissionen drastisch reduzieren und den armen Ländern helfen,
intelligentere Lösungen für ihre Energieversorgung zu finden, als wir sie
praktiziert haben. Der sofortige Ausstieg aus der Atomenergie ist in diesem
Zusammenhang dringend erforderlich, schon weil Atomkraftwerke Zielscheiben für
terroristische Angriffe werden könnten. Wir werden aber auch helfen, nach
Wasser in der Wüste. zu bohren, Solar und Windenergie fördern und weltweit
Aufforstung betreiben. Hierfür geben wir weitere 5 Milliarden Dollar, die dem
Weltfrieden mehr dienen werden als der Aufmarsch und die Aktivierung riesiger
Streitmächte und Vernichtungswaffen.
Weiter erkläre ich heute: Wir werden auf jeden
Vorherrschaftsanspruch verzichten. Ich habe einen Traum: den Traum von einer
Welt, in der Freiheit und Recht nicht nur die Freiheit und das Recht der Mächtigen
und Reichen sind. Gemeinsam mit allen Menschen, Organisationen und Regierungen,
die an einer besseren Zukunft für unsere Kinder arbeiten wollen, nützen wir
diese historische Stunde, damit, größtmögliche Wohlfahrt, Gerechtigkeit,
Friede ‑ und dadurch Sicherheit ‑ möglich werden. Das amerikanische
Volk hat mir die Vollmacht übertragen, weitreichende Entscheidungen zu treffen.
Ich habe mich in der Verantwortung vor Gott, meinem Volk und der Zukunft unserer
Kinder für diesen radikalen Kurswechsel entschieden.
Wir sind nur Menschen und werden nicht. alles Böse aus der Welt schaffen
können. Aber ich habe eine Vision, der ich folgen werde. Und ich rufe alle
Menschen guten. Willens auf: Helfen Sie mir dabei, eine bessere Welt zu
gestalten. Wir können nur. das
Menschenmögliche tun, aber dies können und werden wir tun.
Gott segne uns.
Idee: Luise
Hoffmann‑Grötz, Feldberger Weg 13, 79379 Müllheim
Ausführung: Dagmar Hoffmann, Wildstr. 1, 89522 Heidenheim
Dies ist ein
Flugblatt der Heidenheimer Friedensgruppe.
Die Weitergabe und
Verbreitung ist erwünscht.