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USA: Afghanistankrieg auf der Kippe
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USA und England:
Finanzkrise erzwingt Abrüstung
meta-info.de
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Während es in den USA lange ruhig blieb mit
Hinblick auf die Kriegführung am Hindukusch formiert sich nun offenbar
Widerstand. Allerdings findet dieser Widerstand nicht auf den Strassen der
amerikanischen Städte statt, sondern im Rahmen einer Initiative von
inzwischen fast 50 Kongressabgeordneten. Darüberhinaus könnte sie zum Ende
des Krieges führen, nach dem Muster, das bereits vor 35 Jahren den
Vietnamkrieg zum Abschluss brachte: damals verweigerte schließlich der
Kongress die nötigen Mittel für den Krieg. Dem Militär blieb nur noch der
Abzug.
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26.05.10 11:15 |
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Was der Friedensbewegung in vielen
Jahrzehnten nicht gelang, wird nun durch die Konsequenzen der
Finanzkrise herbeigeführt: erstmalig seit Jahrzehnten wird ernsthaft
eine Einschränkung der Rüstungsetats in den USA und England in Erwägung
gezogen, nachdem diese bisher nur eine Richtung der Entwicklung kannten:
nach oben, in immer astronomischere Höhen: besonders die Regierung Bush
und Cheney hatte sich bemüht, in immer größeren Schritten die Branche,
der sie sich verbunden fühlten, mit hunderten Milliarden zu verwöhnen.
Neuerdings sind diesbezüglich ungewohnte Töne zu hören: Pentagonchef
Robert Gates erklärte kürzlich, man müsse die amerikanische Verteidigung
reformieren und ineffiziente Rüstungsprogramme einstampfen. Noch einen
deutlichen Schritt weiter geht eine Initiative mehrerer
kongressabgeordneter - unter ihnen auch mindestens ein Mitglied der
republikanischen Partei - die eine deutliche Reduzierung der
Rüstungsausgaben fordern: zu den mehr als 500 Milliarden Dollar des
regulären Pentagonbudgets addierten sich in den vergangenen Jahren noch
150 bis 200 Milliarden zur Finanzierung der Kriege im Irak und
Afghanistan. Dieser Betrag - also ein Anteil von ca. 25% der
Rüstungsausgaben - sei überzogen und müsse eingespart werden.
Gates erlaubte sich - was selbst unter der deutschen Linken mittlerweile
als überzogener Pazifismus marxistischer Prägung gewertet und vermieden
wurde - an den früheren republikanischen Präsidenten Eisenhower zu
erinnern, der in seiner Abschiedsrede eindringlich warnte, der
militärisch-industrielle Komplex bedeute eine akute Bedrohung der
Demokratie.
Im April hatte sich bereits der Vorsitzende des Ausschusses für
Haushaltsfragen im amerikanischen Kongress, Barney Frank, erlaubt, einen
der führenden Journalisten der Süddeutschen Zeitung zu schocken: die
Deutschen und die Europäer insgesamt sollten sich darauf einstellen,
ohne das militärische Engagement der USA auszukommen. Man sehe sich
möglicherweise veranlasst, die amerikanischen Truppen abzuziehen und den
Einsatz im Mittleren Osten zu reduzieren. Als SZ-Journalist Nikolas
Piper daraufhin einwendet, den Europäern fehle die aussenpolitische
Erfahrung, wenn sie von den USA allein gelassen würden, erklärte Stupak
"dann erwerben Sie sich die nötigen Erfahrungen!".
Ähnliche Töne sind nun auch aus London zu hören: der neue
Verteidigungsminister lässt einen Hang zur Fahnenflucht erkennen und
deutet an, dass die NATO zukünftig in Afghanistan ohne den englischen
Einsatz auskommen müsse. Man beanspruche nicht mehr,, die Rolle des
Weltpolizisten zu übernehmen.
Es zeichnet sich damit nun eine Situation ab, in der das deutsche
Militär mit der Verteidigung des Heimatlandes am Hindukusch allein
dasteht, da zentralen Protagonisten des Krieges zu klamm geworden sind,
um ihre Ambitionen in Zentralasien weiter zu verfolgen und sich deshalb
darauf stützen, dass diese Mission zur Passion deutscher Politiker
geworden ist, die die Gelegenheit nutzen, um zu erproben, wie ein Sumpf
nach dem Muster des Vietnamkrieges zu gestalten ist. Somit werden die
letzten Helden, die anschließend das Land der Taliban in Leichensäcken
wieder verlassen, mit gewisser Wahrscheinlichkeit Deutsche sein.
Die Option einer deutlichen Reduzierung der Rüstungsbudgets war bereits
von verschiedenen Analysten und Forschungsinstituten, die sich nicht dem
Mainstream verpflichtet sahen in der Verschleierung der diversen
neoliberalen Fehlentwicklungen, als unumgänglich nahegelegt worden.
Gleichzeitig war von neoliberalen Ideologen und Apologeten der
NATO-Politik das stetige und unbeschränkte Wachstum des Rüstungsbudgets
verbunden mit den diversen Kriegsschauplätzen als sakrosankt erklärt
worden, als Dynamik, die nur gebrochen werden könne, wenn das Sytem der
westlichen Demokratie em Untergang geweiht sei, bzw. deren Ende eben
dies unausweichlich zur Konsequenz haben müsse.
Ein Ende dieser Kontinuität war damit nur möglich unter der Regie
konservativer, im politisch-militärischen Establishment bestens
verankerter Politiker, wie dem unter Bush senior gedienten Robert Gates
oder nun dem Verteidigungsminister der britischen Konservativen, die
nicht zu befürchten haben, durch eine Dolchstosslegende, einer
pazifistischen Appeasementpolitik beschuldigt und demontiert zu werden.
Zweifellos wird Deutschland zu den Ländern gehören, , die den Maximen
des Neoliberalismus, dem aggressiv-doppelbödigem Imperialismus der NATO
noch lange folgen, während deren Urheber die Prinzipien, zu denen sie
den Rest der Welt verpflichteten, die sich aber letztendlich als
suizidal herausstellten, längst über Bord geworfen haben: die
Unterwerfung unter die weiterhin gebetsmühlenartig verbreitete
Propaganda des Sytems gehört zu den Routinen, die in Ländern, die sich
über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg daran gewöhnt haben, sich
als Vasallen zu verhalten, nicht so schnell abzuschütteln sind. Und
Diejenigen, die in den Machtzentralen in Washington oder London den
Kurswechsel betreiben, werden nicht geleitet von einem Bedürfnis, sich
auch um das Wohlergehen ihrer Vasallen zu bemühen: sollten diese
weiterhin besessen sein von einem Drang zu suizidalem Verhalten - durch
die Aufrechterhaltung eines unverhältnismässigem Rüstungsapparats - kann
die nur zum Vorteil ausfallen zugunsten der angloamerikanischen
Volkswirtschaften, die neben ihrer überdimensionierten Rüstungsindustrie
dem Exportmarkt nur wenig zu bieten haben.
Um die destruktiven neoliberalen Muster abzuschütteln, müßte die
deutsche Bevölkerung sich bemühen, einen kritischen Blick gegenüber der
Propagandaindustrie, die sie tagtäglich abfüttert mit Vorstellungen und
Legenden, die sie i9n den Ruin treiben, ähnlich dem Rattenfänger aus der
Sage, der die Leichtgläubigkeit der Massen ähnlich nutzte, um sie in den
Untergang zu führen. Das so gesteuerte Publikum fühlt sich sicher auf
seinem Weg in dem Abgrund: die Anwesenheit der großen Mehrheit ihrer
Zeitgenosse auf dem Weg in den Untergang ist geeignet, sie zu bestärken
in der Überzeugung, dass es das Richtige sei, was vor sich geht.
Zur Demonstration kam dies Verfahren erst kürzlich: als eine
überwältigende Mehrheit der angloamerikanischen Kampagne gegen
Griechenland - umgesetzt durch große deutsche Mediensprachrohre - auf
den Leim ging: nur allzuwenigen wurde bewusst, wie sie sich dabei ins
eigene Fleisch schnitten. Ein sachlich-nüchterner Umgang mit der
Schuldenkrise hätte den zu zahlenden Preis sehr viel geringer halten
können, als er ausfiel, nachdem Spekulanten die Zinsen massiv in die
Höhe treiben konnten.
Gleichzeitig kam es Berichten zufolge zu einer geheimen Absprache, nach
der von den rigiden griechischen Sparmassnahmen Rüstungsprojekte
ausgenommen werden sollten, die mit Bestellungen bei der deutschen
Industrie verbunden waren.
Der finanzielle Engpass, der die USA und England nun zu ungekannten
Sparmassnahmen treibt, acheint Deutschland noch nicht in diesem Ausmass
zu treffen: Sparen bei der Rüstung ist bislang keine Option, während
längst Arbeitslose, Rentner und Bildungsausgaben ins Visier genommen
werden.
http://www.huffingtonpost.com/jonathan-tasini/not-a-dime-more-for-afgha_b_587814.html
http://www.nytimes.com/2010/05/17/opinion/17mon1.html
http://www.sueddeutsche.de/geld/2.220/us-spitzenpolitiker-frank-werden-reiche-staerker-besteuern-1.936586
http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-05/fox-afghanistan-armee
http://www.stern.de/politik/ausland/afghanistan-britischer-minister-will-soldaten-abziehen-1568451.html
Originalartikel bzw. ergänzende Info
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